Luther Melanchthon Gymnasium - Sanierung Haus Melanchthon und Turnhalle

Haus Melachthon Fassade zur Neustraße

Der Landkreis Wittenberg hatte im Rahmen des STARK III plus EFRE Programms Fördermittel für die energetische und allgemeine Sanierung des Luther-Melanchthon-Gymnasium, Haus Melanchthon und Turnhalle in Wittenberg beantragt.

Am 18.06.2018 fand die feierliche Übergabe der 4 Fördermittelbescheide durch den Finanzminister des Landes Sachsen-Anhalt, André Schröder sowie den Ministerpräsidenten Reiner Haseloff statt. Die EU sowie das Land Sachsen-Anhalt werden beide Vorhaben mit insgesamt 3.704.471,63 Euro unterstützen. Der Bewilligungszeitraum beginnt am 11.06.2018 und endet am 30.12.2020.

 

Schulgebäude

Das repräsentative Schulgebäude wurde nach der Entfestigung Wittenbergs unmittelbar an den ehemaligen Wallanlagen in den Jahren 1886 bis 1888 erbaut. Der Entwurf stammt von Franz Schwechten, einem der gefragtesten  Architekten der Kaiserzeit (u.a. Anhalter Bahnhof Berlin, Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche Berlin, Mausoleum Dessau, Landratsamt und Bahnhof Lutherstadt Wittenberg).

Die zwei Hauptflügel des dreigeschossigen Klinkerbaus mit einem hochgelegenen Souterrain und einem unausgebauten Dachgeschoss erschließen sich über das mittig gelegene Treppenhaus. Die äußere Gestaltung folgt der bauzeitlichen Fassung ohne Außendämmung. Nur in wenigen Bereichen ist eine Innenwanddämmung vorgesehen. Die Klinker werden saniert, gereinigt und neu verfugt. Auf Grund des außerordentlich hohen Fensteranteils der Fassade wird bei der Sanierung auf die energetische Verbesserung durch eine Dreifachverglasung bzw. einen  Einbau von Kastenfenstern mit einem geringen Wärmedurchgangskoeffizienten besonderer Wert gelegt. Die Fenster im Aula- und teilweise im Flurbereich sowie die Außentüren und Vordächer werden aufgearbeitet oder nach historischer Form ergänzt. Das Dach erhält wieder eine Schieferdeckung und wird um zwei Gauben  ergänzt, um die notwendigen Öffnungen für die neue Lüftungsanlage zu erhalten. Das Dachgeschoss wird in der Kehlbalkenebene und über alle funktionalen Bereiche des zweiten Obergeschosses gedämmt. Unter der Kehlbalkenebene befindet sich nach der Sanierung der neue Technikbereich der Lüftungsanlage und die Heizungsverteilung. Die Bodenplatte wird komplett erneuert und erhält einen neuen Aufbau mit Dämmung.

Funktionsräume, wie Klassenräume, Lehrerzimmer, Büros und WC-Anlagen, werden modernisiert. Es werden 14 große (54 bzw. 60 m²) Fach- und allgemeine Unterrichtsräume mit Vorbereitungsräumen im Gebäude Platz finden.

Die Flurbereiche bleiben in ihrer Originalgröße und Form bestehen. Die notwendigen Brandabschnitte werden durch grazile, moderne Glaselemente gegliedert. Die Innentüren werden aufgearbeitet und brandschutztechnisch angepasst. Die Aula wird in ihrer Bestandsstruktur belassen. Allerdings werden die sichtbaren Holzkonstruktionen der Decke und Wand, welche durch Holzschädlinge in Mitleidenschaft gezogen wurden, ausgetauscht bzw. aufgearbeitet.

Die eigentliche energetische Verbesserung wird durch den Einsatz einer neuen Heizungsanlage und der Zwangslüftung mit Wärmerückgewinnung erreicht. Sämtliche technische Installationen im Gebäude (Strom, Wasser, Datennetz etc.) werden erneuert.

Zur barrierefreien Erschließung erfolgt der Einbau eines Aufzuges und eines Behinderten-WC.  Außerdem wurde in der Planung auf eine kontrastreiche und taktile Gestaltung geachtet. Die akustischen Maßnahmen an Wand- und Deckenbereichen sind nicht nur der allgemeinen Verbesserung des Standards dienlich, sondern wirken sich positiv auf Menschen mit Hörbehinderung aus.

 

Turnhalle

Die neue Heizzentrale wird im Bereich der Turnhalle Platz finden und sowohl die Turnhalle als auch das Schulgebäude mit Wärme versorgen. Für die Turnhalle sieht die energetische und grundhafte Sanierung in Beachtung der denkmalpflegerischen Belange folgende Maßnahmen vor: 

Die Außenwände werden mit einer Dämmung auf der Innenseite bis zum Niveau des Fußbodens versehen. Die Fenster und Türen werden zum größten Teil erneuert, so dass die thermische Hülle optimaler gestaltet ist. Sämtliche technische Installationen werden erneuert.

Eine vollständige barrierefreie Erschließung in dem eingeschossigen Baukörper ist vorgesehen.

Mit der Planung der Sanierung ist das Architekturbüro Schwarz & Sturmat aus Halle (Saale) beauftragt.

Die Baudurchführung erfolgt von 04/2019 bis 12/2020.

 

Kosten

Die Gesamtkosten der Maßnahmen belaufen sich auf 7.201.621,18 €, davon förderfähige Ausgaben in Höhe von 5.292.102,35 € (davon 3.704.471,63 € Förderung).

 

Programm STARK III plus EFRE – EU-Zuschuss in Höhe von 70% Anteil energ. Sanierung und Landesmittelzuschuss 10% der förderfähigen Ausgaben für die allgemeine Sanierung (max. 600.000€).

© Ronald Gauert E-Mail

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